Reiseziele:  Bangkok - Koh Chang Marine National Park - Koh Kood - Koh Maak - Koh Kham - Koh Samet - Pattaya - Bangkok   29.12.04 - 21.01.05

Prolog: Ursprünglich war ja eine ganz andere Reise geplant, aber der verheerende  26.12.04 machte uns einen Strich durch die Rechnung. Wir wollten von Bangkok Richtung Chumphon  fahren und von dort Pang Nga, Krabi, Kaoh Lak bereisen um schließlich unseren englischen Bekannten Richard in Phuket zu besuchen und dann mit bereits gebuchtem Rückflug ab Phuket am 21.01.05 zurück ins kalte Deutschland  fliegen. Wir waren uns schnell einig die Reise nicht abzusagen, aber möglichst den Süden zu meiden um keine Hilfstätigkeiten für die Tsunamiopfer zu behindern. So hatten wir also ganze 2 Tage Zeit uns eine neue Reiseroute auszudenken, weil der Flug ja schon am 29.12.04 abhob...
Heraus kam die nachfolgend beschriebene Reiseroute:

 

Bangkok
Die Ankunft in der (geschätzte) 10 Mio. Metropole war dann am 30.12.04 morgens. Nach den üblichen Begrüßungszeremonien mussten wir uns gleich für den Nachmittag etwas ausdenken um nicht dem Jetlag zum Opfer zu fallen. Eine Longboatfahrt durch die Khlongs von Bangkok erschien uns als richtiger Wachmacher und

das war es wahrlich! Spätestens jetzt wurde uns bewusst, dass wir innerhalb von einem halben Tag eine komplett andere Welt erreicht haben. Einfach unglaublich diese Fahrt durch die Kanäle von Bangkok. Gestartet wird am großen Fluss Maenam Chao Phraya, unser Hotel, dass "Menam Riverside", war Ausgangspunkt dieser Bootsfahrt. Fast jedes größere am Fluss gelegene Hotel hat eine Anlegestation für die Boote die auch als Taxis dienen. Auf den Bildern könnt ihr gut erkennen, dass die Bewohner der an den Wasserstraßen gelegenen Behausungen getrost auf Autos verzichten können. Die Lebensmittel und sogar der Postbote kommen in diesem klein Venedig mit dem Boot. Nach dieser Fahrt beschrieb ich die Eindrücke in einer SMS folgendermaßen: "Wahnsinn, normalerweise bräuchte man 20 Augen rundum den Kopf und mindestens 4 Gehirne um alle Eindrücke verarbeiten zu können." Heftig waren aber auch die immer wiederkehrenden Gegensätze in Bangkok: Im Hintergrund der ärmlichen Flusshütten tauchen immer wieder hochgezogene moderne Luxushotels auf. Als ob das noch nicht genug wäre besuchten wir gleich noch, die auch am Fluss gelegene, Klosteranlage Wat Arun (Eintritt 200 Baht- für unsere Thais dafür kostenlos). Einfach mächtig die hohen Türme! Die bunten mosaikartigen Verzierungen stammen übrigens aus zerbrochenem Geschirr. Ergebnis von jahrelangen Kriegen gegen Burma. So ging der erste Tag schon fast zu Ende. "Krönender" Abschluss war das sauteure Abendessen (150 - 250 Baht pro Speise) bei einem sich als Chinesen herausstellenden Töpfeschwinger der wohl normalerweise nur Kaffeefahrten für Chinesen bewirtet.
Am Sylvestermorgen hatten wir die glorreiche Idee den Königspalast zu besuchen. Aber erstens waren wir reichlich "underdressed" mit unseren Badeschlappen und kurzen Hosen. Zudem war an diesem Tag der, beim Schnorcheln während des Tsunami tödlich verunglückte, Enkel des Königs von Thailand aufgebahrt und dies zog sehr viele Schaulustige bzw. trauernde Touris und  Thais in die Palastanlage. Das mussten wir uns wirklich nicht antun und zogen den Gang ins Wat Pho vor. Abgesehen von der sehr schönen Tempelanlage ist der knapp 50 m lange liegende, goldene Buddha der absolute Hingucker im Wat Pho. So langsam wurde es aber zu viel des guten mit Tempel angucken und wir verbrachten den Rest des Mittags in einem Freizeitpark für Kinder der mich an einen Besuch im Opel Zoo vor etwa 20 Jahren erinnerte. Kein technischer Schnickschnack, mit einfachsten Mitteln konnten wir den in unserer Obhut befindlichen Kindern eine Freude fürs Leben machen und das bei einem Eintritt von 3,50 Euro für 5 Erwachsene und 3 Kinder! Abends waren wir dann gespannt was wohl in Bangkok an diesem Sylvester 2004/05 so geboten ist. Die Antwort ist, es war ein Abend wie jeder andere: Überschattet von der Tsunamikatastrophe und dem Tod des Königsenkels waren alle öffentlichen Feierlichkeiten und Feuerwerke untersagt. Aber wir machten wie immer das beste daraus und ließen uns nach einem reichhaltigen Abendessen in echter "The Beach-Movie" -Manier in 2 Tuktuks in einer Art Wettrennen durch die dunkelsten und engsten Gassen Bangkoks mitten ins berüchtigte Stadtteil Patpong kutschieren. Hier werden alle Klischees, die der unbedarfte Europäer durch Presseveröffentlichungen über Thailand vorgegaukelt bekommt, bedient. Nach einem missglückten Abzockversuch (Spiele nie 4 gewinnt mit Barlady) suchten wir uns eine ruhigere Kneipe in der nähe. Dort lernten wir 2 Mädels aus Darmstadt kennen die gerade auf der Durchreise nach Australien waren und feierten zusammen ein ruhiges aber sehr lustiges Sylvester...
Neujahr war natürlich durch relaxen bestimmt, zumal wir wussten, dass der morgige Tag unser erster richtig strapaziöser Reisetag werden wird. So vertrieben wir uns die Zeit damit ein paar Nachtfotos von der Skyline zu machen und uns im Internet auf unser nächstes Ziel "Koh Chang" vorzubereiten um nicht gleich bei Ankunft abgezockt zu werden. Allerdings erwies sich jede im Netz angebotene Tel. Nr. als Fake. Von etwa 10 Ressorts erreichten wir nur eines und das war auch nur sehr fragwürdig. Egal- es regelt sich sowieso immer alles bei Ankunft von selbst.

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Natürlich hätten wir auch mit Aircondition Bus anreisen können. Aber da wir zumindest bis  Siracha 6 Personen waren und sehr viel Gepäck mit uns rumschleppten, wählten wir die Variante des Minibusses. War zwar um einiges teurer aber eben sehr komfortabel und wir konnten die thailändischen Kinder, die mit uns in Bangkok waren, sicher in Siracha abliefern. Außerdem wurden wir direkt bis an die Fähre nach Koh Chang in Laem Ngop  gefahren. Fahrtzeit war ca. 6 Stunden. Direkt an der Fähre wurden uns auch gleich Zimmer offeriert. Wir entschieden uns für das "Chai-Chet" bzw. "Coconut-Resort" (beides gehört einer Familie), was sich im nachhinein auch als Richtig erwies. Man versicherte uns, dass wir nach 45 minütiger Fahrt mit der Fähre, mit dem Taxi am Hafen abgeholt und direkt ins Ressort gebracht werden und dies natürlich kostenlos! Nichts von beidem erwies sich als richtig: Kein Taxi vom Ressort, dafür ein knallvoller Pickup für 80 Baht PP oder nach einer Wartezeit ein leeres Taxi für 100 Baht PP- das wars uns dann auch Wert.

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Auf Koh Chang verbrachten wir dann eine ganze Woche und es war wirklich eine tolle Woche. Wie gesagt hat sich die Unterkunft, als eigentlich schon viel zu komfortabel für uns herausgestellt. Mit Klasse Bucht und (wichtig!!!) Strand-Restaurant vor der Haustüre. Einfach traumhaft und sehr ruhig gelegen am Khlong Phrao Beach. Aber auch diverse Restaurants und Kneipen sind nur unweit an der Hauptstrasse zu finden. Hier haben wir den einen oder

 anderen lustigen Abend mit unserer Urlaubsbekanntschaft, Jürgen aus Mannheim mit Anhang, verbracht. (von hier aus Grüße falls Du das liest) Wie gesagt war die Woche sehr ruhig und relaxed, mal abgesehen dass gleich bei unserer ersten Schnorcheltour meine Freundin durch eine so genannte Nesselqualle am Arm verletzt wurde, was aussah wie in Brennnessel gefallen und jetzt noch leichte Narben davon zu erkennen sind. Abgesehen davon gibt es aber in und um Koh Chang sehr schöne Tauch- und Schnorchelreviere, zwar nicht zu vergleichen mit Südthailand aber trotzdem akzeptabel.
Auf Koh Chang hatte ich dann auch mein Debüt in Sachen Linksverkehr: Nachdem ich mich bisher immer erfolgreich davor gedrückt habe in Thailand ein Fahrzeug zu lenken, wagte ich mich angesichts der überschaubaren Verkehrssituation für einen Tag ans Steuer eines großen Pickups. Da man ja eigentlich nur im Osten der Insel die Hauptstrasse Richtung Süden fahren kann, diese wieder zurück und dann den Westen wieder bis zum südlichen Ende der Insel, stellte ich mich gar nicht mal so blöd dabei an. Die West und Ostküste ist übrigens durch eine Gebirgskette getrennt, so dass kein "Querverkehr" Ost nach West möglich ist. Überhaupt ist die Straßenführung sehr abenteuerlich, solche Steigungen wie hier hat man allenfalls noch bei  irgendwelchen Seitenstraßen in den Alpen. Die Leihroller haben wir das eine und andere Mal ganz schön kotzen sehen.
Die Landschaft auf Koh Chang entschädigt aber für so manchen Schweißausbruch beim "KapLot" (Auto fahren). Ein Ziel war an diesem Tag das Siam Hut Ressort mit seinem schönen Sandstrand, dem "Lonely Beach." So Lonely war der Beach aber bei weitem nicht. Bei unserer Ankunft ca. um 3 Uhr mittags tummelten sich etliche Möchtegern Hippies (Leute um die 20, die mit kunterbunten weiten Klamotten rumliefen und "verrückte" Frisuren trugen. Aber das riech ich 5km gegen den Wind, dass die meisten wohl zuhause bei der Ausbildung zum Bankkaufmann mit Anzug hinterm Schalter stehen...) die wohl auch in diesem Ressort wohnten. Ich glaube um ein paar Tage Party zu machen  kann man es dort ganz gut aushalten, aber das geht einem dann irgendwann auch auf den Seier. Zumal es dort eigentlich viel "touristischer" war als an den restlichen Stränden der östlichen Inseln. Nur halt das Publikum etwas "anders". Aber wems gefällt! Wir müssen auf unseren Reisen eh immer wieder feststellen, dass für viele der Urlaub eine Art Karneval ist, wo man sich so toll verkleiden kann und es keiner bescheuert findet. Not my cup of tea...
Zu erwähnen wäre dann noch der ganz nette Klong Plu Wasserfall in der nähe unseres Ressorts den wir besuchten. Der etwa 30 minütige Fußmarsch durch den Dschungel führt  zum Wasserfall wo man ein kaltes Bad nehmen kann. Überhaupt hat man eine große Auswahl an Waterfalls die man besuchen kann. Wir beließen es aber bei dem einen. Ein weiterer Höhepunkt, der Friseurbesuch bei einem Haircutter der sein Handwerk bei "Vidal Sasoon" in Hongkong gelernt hat, werde ich hier im Netz nicht veröffentlichen. Dies bleibt meinem näheren Bekanntenkreis vorenthalten (heraus kamen: ein englischer Skinhead, eine Schwedin und eine rothaarige Thailänderin...) An unserem Abschlussabend auf Koh Chang wurden wir mal wieder mit den Auswüchsen des Pauschaltourismus konfrontiert. Vermutlich wegen des Tsunami im Süden wurde eine ganze Ladung Russen nach Koh Chang umgebucht. Diese verdarben uns mit ihrem Verhalten noch ein wenig die Laune. So wurden ständig grölend und laut in die Hände klatschend (!!!) die sehr ruhigen und besonnen Bedienungen herbeizitiert. Dieses Verhalten ist in Südostasien mehr als nicht angebracht. Aber so ist das halt wenn Menschen sich Null für die Sitten und Gebräuche des Landes interessieren, in dem sie ihren Urlaub verbringen. (Das gilt übrigens nicht nur für Russen, sondern für JEDEN)

Unser nächstes Reiseziel sollte dann Koh Kood sein. Im Internet fanden wir allerdings kaum etwas greifbares. Alles waren nur Angebote für Packagetouristen, die übers Wochenende anreisen und dort ihr vorgefertigtes Programm absolvieren. Nix für uns! Außerdem mussten wir erfahren, dass das nächste Schiff nach Koh Kood erst in 3 Tagen fährt. Wir hatten aber nur noch eine Nacht in Koh Chang! Nach abklappern aller Touristbüros, fragten wir dann einfach mal bei unserem Kollegen von der Autovermietung bzw. Wäscherei nach ob er uns einen Tipp geben kann, wie wir trotzdem nach Koh Kood kommen. "No Problem, tomorrow morning 9.30 you come to this place." So haben wir also die Überfahrt in der Wäscherei gebucht. Am nächsten morgen ging es dann los mit den "Island-Hoppers". Zunächst wurden noch einige weitere Leute an den verschiedenen Ressorts eingesammelt und dann legte das Schiff mit etwas Verspätung an der Anlegestelle des Fischerdorfes im Süden der Insel ab. Erste Station der Fahrt war Koh Wai, auf dieser kleinen Insel gibt es an der Anlegeseite 2 Ressorts mit einfachen Bungalows. Ich glaube aber man sollte vorbuchen denn wenn nichts mehr frei ist schaut man in die Röhre oder muss im freien übernachten. Dann ging es vorbei an Koh Kham, dass wir später auch noch besuchen werden. Hier gibt es keine Anlegestelle, deshalb kommt von dem einzigen  Ressort des kleinen Eilands ein kleines Boot und verlädt Gepäck und Gäste in selbiges um dann überzusetzen. Diese Insel ist wirklich ein Traum, glasklares Wasser und eine Kulisse wie aus dem Bilderbuch (auf den Bildern sieht man die schwarzen vorgelagerten Steinformationen- vermutlich Vulkangestein). Aber ich denke man sollte auch hier vorreservieren. Es gibt ja nur das eine Resort, dass übrigens sehr fantasievoll angelegt ist, aber Luxus sollte man dort keinesfalls erwarten. Dann legten wir in Koh Maak an, das wir später auch noch für 4 Tage besuchen werden. Am Pier stand dann auch schon das Taxi bereit das uns zur anderen Seite der Insel fuhr, wo ein Schnellboot anlegte welches uns dann in einer halben std. nach Koh Kood brachte. Hat also mal wieder alles reibungslos geklappt und wir kamen mit etwa 12 anderen Touris aus aller Welt auf der nach Phuket, Koh Chang und Koh Samui, immerhin 4. größten thailändischen Insel an.

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Koh Kood hatten wir fast für uns alleine. In dem recht großen Resort "Bai Kood Shambala" in dem wir wohnten waren außer uns noch ca. 7 weitere Leute untergebracht. Dieses Ressort ist zwar wirklich Klasse angelegt, aber der Rekordpreis von 1500 Baht für einen einfachen Aircondition Bungalow war dann aber doch Wucher. So dass wir auch nur 2 Nächte dort verbrachten, zumal unser

Bargeld knapp wurde und es auf der sehr dünn besiedelten Insel auch keinen ATM gab. Aber diese 2 Tage hatten es echt in sich und ich bin mir sicher, dass ich eines Tages wieder dorthin zurückkehren werde. Die 1600 Einwohner leben glaube ich auch ganz gut ohne Massentourismus bzw. mit diesen schon erwähnten Packagetouristen. Die im Fremdenverkehr arbeitende Bevölkerung ist angeblich von Freitag bis Sonntag am schuften und im Rest der Woche wird eine ruhige Kugel geschoben.
Kurios war unsere erste "Nachtwanderung": Wir liefen bei Dunkelheit an unserem Ressort los und orientierten uns dabei jeweils am nächsten Licht in der Ferne. Die Strasse die wir entlangliefen war nur ein etwas breiterer staubiger mit Schlaglöchern übersäter Weg. Man hörte kaum etwas außer irgendwelche undefinierbaren Tiergeräusche aus den Wäldern. Unvergesslich bleibt aber für mich der überwältigende Sternenhimmel den wir sahen, ein Traum für jeden Astronomen. Hier herrscht noch keine Lichtverschmutzung wie in Europa oder in der nähe von größeren Städten, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern in meinem Leben jemals einen so klaren Sternenhimmel gesehen zu haben. Nach 2 Wohnhäusern fanden wir dann auch schon einen kleinen Supermarkt. Wir fragten ob es ein Restaurant in der nähe gibt. Die Antwort war "nein hier gibt es nichts aber ich kann euch etwas kochen wenn ihr wollt." Das war uns dann aber doch zu suspekt und so hörten wir lieber auf unseren  Instinkt und gingen noch ein paar Meter weiter. Nach etwa 200 m tauchte dann tatsächlich so etwas ähnliches wie eine Gastwirtschaft auf. Es standen Plastikstühle da und Tische! Die Speisekarte war ein Schreibblock auf dem in Thaischrift die verschiedenen Gerichte standen. Zum Glück haben wir ja immer unsere Dolmetscherin dabei. Nach einem Ausgezeichneten Mahl und ein paar Singha riet der zu uns an den Tisch gestoßene Thai "Shamon", seines Zeichens Mitarbeiter in unserem Ressort, wir sollten uns mal so langsam Richtung Heimweg begeben es ist schließlich schon halb 12 und um 12 Uhr Nachts wird auf der gesamten Insel der Strom abgeschaltet. Dann also nichts wie ab zum Resort, dass zum Glück eine eigene Stormversorgung hatte. Für den Heimweg wurde uns aber wenigstens noch eine Taschenlampe geliehen...

Am Vorabend machten wir noch mit dem Kollegen Shamon aus, er solle uns ein Taxi organisieren, dass uns zu einem Traumstrand fährt wo wir endlich mal wieder so richtig relaxen können. Zum relaxen kam ich aber vor lauter fotografieren kaum, da es wirklich in jeder Hinsicht ein Traumstrand war. Die Bilder könnt ihr selber sehen, ich brauche wohl auch nicht zu erwähnen, dass wir die kilometerlangen Buchten ganz für uns alleine hatten. Nur gut dass wir uns zuvor eine Kühlbox füllen ließen, denn eine geöffnete Gastronomie war auch nicht zu finden. Ich werde jetzt natürlich einen Teufel tun, hier genaue Beschreibungen zu hinterlassen wie man diesen Strand findet. Es ist eigentlich schon zu viel überhaupt diese Insel zu erwähnen, wie wir an unserem letzten Abendmahl auf Koh Kood erfuhren, sind die Bewohner gar nicht so scharf auf Massentourismus. Denen geht es auch so ganz gut und die Inselbewohner sind eine Gemeinschaft wie in einem kleinen Dorf wo jeder jeden kennt. Auch die Farangs ("weiße" Ausländer, in diesem Fall ein Engländer und ein Kanadier) die wir trafen sind teilweise schon mehrere Monate bis 1 Jahr dort. Dies waren einige sehr illustre Leute die auch Perfekt Thai sprachen. Nach nur 2 Nächten hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen von dieser Insel, da wie schon erwähnt unser Bargeld knapp wurde und wir nicht als Zechpreller flüchtig sein wollten. Ganz in der Nähe unseres Ressorts hätten wir auch noch einen, den Bildern nach sehr beeindruckenden Wasserfall, besichtigen können. Naja, nächstes Mal halt...

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Zurück in Koh Maak standen wir zunächst vor einem Übernachtungsproblem. Das Koh Maak Ressort war mit durchgeknallten Yoga-Touristen, die wahrscheinlich ein Vermögen für so einen Trip blechen, überbevölkert. So dass wir an der langgezogenen, nordwestlichen Bucht von der Anlegestation aus gesehen ganz hinten im Fantasia Resort noch 2 Bungalows fanden. Einer davon war

allerdings nur mit Matratze, Moskitonetz und Klo ausgestattet und sehr beengt. Na ja für 350 Baht und eine Nacht ging's. Am nächsten Tag zogen wir dann in die Komfortbungalows mit Fan um die zwar das doppelte kosteten aber 10 mal besser waren. Koh Maak selbst ist eigentlich schnell erkundet und der bei etwas Ebbe sehr schöne Sandstrand entpuppte sich als Brutstätte für so genannte Sandflöhe (gegen die man aber in naher Zukunft ein Kraut finden will). Trotzdem entschlossen wir uns für 4 Nächte zu bleiben. Zumal das am Ressort angeschlossene Restaurant sich als Weltklasse entpuppte und uns seit langem mal wieder "FarangFood" in Form von original italienischen Spaghetti Bolognese bescherte.
Auf der Insel gibt es 2 Tauchschulen die sich um die Gäste streiten, bei der erstbesten (Ploy Scuba Divers) buchten unsere Taucher auch gleich einen Ausflug und wir gingen als Schnorchler mit. Es hieß wie immer "nur ihr 4 und noch 2 weitere sind auf dem Tauchboot". Natürlich holte uns ein kleines Speedboot ab, auf dem sich schon ca. 15 Taucher drängten. Da hieß es mal wieder Augen zu und durch, aber die schönen Schnorchelplätze um die Insel Koh Rung entschädigten wenigstens von den nicht so komfortablen Umständen. Den 2. gebuchten Ausflug bei der anderen Tauchbasis, Paradise Diving, sagten wir Schnorchler ab weil es in der Nacht zuvor einen ziemlich heftigen Monsunregen mit Sturm gab und es am morgen immer noch pieselte. So blieben wir von einem Kutterausflug mit 2 Meterwellen verschont, der Service und Komfort dieser von deutschen geführten Tauchbasis soll aber wesentlich besser gewesen sein, als bei unserem ersten Ausflug.

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Zwischendurch hatten wir noch den tollen Tag auf Koh Kham. Auf diese kleine ,Koh Maak vorgelagerte, Insel kann man mit kleinen Booten die als Taxi dienen übersetzen und sich dann gegen Abend wieder abholen lassen. Da an diesem Tag das Wetter einige kapriolen schlug, konnte ich noch einige gute Bilder mit einer besonderen Lichtstimmung auf Koh Kham schießen. Lustig war einmal mehr das verhalten der dort wohnenden

Touristen, die sich allesamt bei ein wenig einsetzendem Regen in ihre Hütten verkrochen. So hatten wir den noch kurz zuvor dicht bevölkerten Strand ganz für uns alleine und waren Zeugen eines faszinierenden Naturschauspiels aus dicken Regenwolken und der wieder erstarkenden Sonne. Aber im Urlaub zählt für einige wohl nur der blaue Himmel...

Am letzen Abend in Koh Maak tranken wir noch die eine oder andere Flasche Mekong mit 3 deutschen die auch am nächsten Tag weiterreisten. Sie wollten unserem Tip folgend erst auf Koh Kood und dann weiter nach Kambodscha das nur ein Katzensprung von dieser Gegend entfernt ist. Bin gespannt wie es denen ergangen ist, wir haben die E-Mail Adressen ausgetauscht, vielleicht kommt ja noch ein Kontakt zu Stande.

Mittlerweile hatten wir nur noch ne knappe Woche Zeit und mussten uns so langsam in die Nähe von Bangkok begeben. Also ging's nach Ko Samet. Zunächst mit dem Speedboot Richtung Festland, das wir dann bei unruhiger See in einer guten Stunde erreicht hatten. In Ban Laem Lok legten wir an. Dann ging's mit dem offenen Taxi nach Trat um von dort eine Verbindung Richtung Rayong bzw. Fähre nach Koh Samet zu bekommen. Dies tätigten wir mit dem lieb gewonnen Minibus, was eigentlich für 4 Personen inkl. Tauchgepäck trotz des hohen Preises angemessen ist. Diese Fahrten die immer einige Stunden in Anspruch nehmen kann man nie als "verlorene Zeit" sehen. Man kann sich einfach nicht satt sehen, weil eben alles so anders ist als wir es in Europa gewohnt sind. So war unser Motto der Reise immer "Der Weg ist das Ziel".  Es dauert Wochen oder vielleicht Jahre bis man alle Eindrücke einer solchen Reise verarbeitet hat, deswegen muss ich das hier wohl auch alles aufschreiben und publizieren. Zu mir sagen immer wieder Leute "du musst ja Geld haben, fährst schon wieder weg." Aber 10 Minuten später erzählen sie mir ganz stolz, dass sie ein Auto für 20000 Euro gekauft haben. Was für eine Verschwendung! Von dem Geld könnte man in Asien jahrelang leben und in ein paar Jahren ist die Kiste kaputt und die Kohle weg. Die Erinnerungen und Erfahrungen meiner Reisen sind dagegen niemals weg, solange mein Gehirn noch einigermaßen arbeitet und das für einen geringen Bruchteil der Kosten eines Mittelklassewagens. Aber das nur ganz nebenbei!

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Bei Ankunft am Hafen war es schon dunkel und das letzte Schiff nach Ko Samet ist schon längst ausgelaufen. Aber es gibt ja immer noch eine 2. Lösung und die heißt ein Speedboot chartern. 200 Baht pro Person kostet der Spaß auf immer noch sehr unruhiger See. Normalerweise  kann man direkt am Strand anlegen und sein Gepäck ausladen, aber das war an diesem windigen Abend nicht möglich.

Also mussten wir den Umweg über die Anlegestelle am Hafen nehmen. Im Koh Samet National Park (Eintritt 200 Baht) angekommen erwartete uns schon das nächste Problem. Samstag Abend, alles ausgebucht! Zu den üblichen Touris, kommen am Wochenende noch die Thais aus den Städten hinzu, die sich einen Kurzurlaub auf Samet gönnen. Glücklicher weise haben wir vorsichtshalber bei "Ploy Talet", dem Ableger der 1. Tauchbasis auf Koh Maak, angefragt und die haben uns doch glatt ein Zimmer für 4 Personen freigehalten. So verbrachten wir also die 1. Nacht auf Koh Samet im Schlafsaal zu viert. Am nächsten Tag konnten wir dann wieder in 2 Doppelzimmer umziehen. Leider habe ich aber nicht viel gutes über Koh Samet zu berichten, typische Touri-Insel ist das. Der Strand ist zwar schön mit Quarzsand usw. aber dieser Abschnitt wo die ganzen Hotels und Guesthouses stehen ist einfach nur beliebig austauschbar mit jedem anderen Touristrand auf der ganzen Welt. Da bekommt der Urlauber richtigen "Thaistyle" vorgegaukelt, indem man ihn das Abendessen in der für ihn unangenehmsten Art (weil hochgewachsener Farang) einnehmen lässt: Auf dem Boden sitzend oder liegend. Für uns, die wir dieses Tourischauspiel von unseren erhöhten Plätzen aus beobachteten war das jedenfalls sehr amüsant. Weniger amüsant war allerdings der nervende DJ der Bar vor unserem Guesthouse der auch um halb 6 Früh noch seine ein und dieselbe CD in voller Lautstärke runtergedudelt hat. Dies war halt der krasse Gegensatz zu den ruhigen Inseln auf denen wir vorher waren. Hinzu kam noch das nicht so tolle Wetter und so waren wir auch relativ froh Koh Samet nach 3 Nächten wieder verlassen zu können und die Insel mit ihren 2 Wochen -vom Hotel an den Strand -vom Strand ins Hotel- Touristen alleine zu lassen.

>> Alle Bilder von Koh Samet <<


 

Da uns wegen der Nähe zu Bangkok für die letzten 3 Tage nur noch Pattaya übrig blieb, stiegen wir dort im guten Pattaya-Hill ab. Dieses Hotel war für uns ein Geheimtipp: Für unsere bisherigen Verhältnisse riesige Zimmer für 1000 Baht und vorallem die erste warme Dusche seit Koh Chang. Ein wahres Fest für jeden Warmduscher. Das Hotel ist sehr ruhig gelegen auf dem Berg zwischen Pattaya und Jomtien und "ruhig" ist in

dieser Stadt, die niemals schläft, eigentlich gar nicht möglich. In den 60ern noch ein kleines Fischerdorf, entstand während des Vietnamkrieges dort ein Stützpunkt der US- Army. Schnell versuchten findige Geschäftsleute und die schönen Thaimädels mit den Soldaten ins Geschäft zu kommen. Aus diesen Umständen heraus entstand die heutige Vergnügungsstadt, die ja in den hiesigen Medien immer als Inbegriff von Thailand verkauft wird. Wenn man auch das richtige Thailand gesehen hat, weiß man dass dies totaler Schwachsinn ist und zeigt einmal mehr wie leicht sich das deutsche Volk durch die Medien verdummen lässt. Die Sache verhält sich ähnlich falsch wie "Mallorca=Ballermann". Ich habe aber auch gute Seiten an Pattaya entdecken können. So ist dieser Moloch wohl die internationalste Stadt die ich kenne. Es gibt eigentlich nichts was es nicht gibt. Vom Rumpsteak vom (richtigen) Italiener über chinesische Ente und russische Spezialitäten bis hin zur Schwarzwälder Kirschtorte bekommt man jedes Gericht der Weltküche. Und das reichhaltige Warenangebot auf zig offenen Märkten, Geschäften bis hin zum Luxusartikelkaufhaus lässt selbst einem verwöhnten Mitteleuropäer der Atem stocken. Tipps: Der "Made in Thai-Markt" zum Klamotten und Souvenirs kaufen oder das Royal Garden Kaufhaus, vor allem zum gucken oder Tonträger und DVDs einkaufen. Pattaya kann ich nur so zusammenfassen: Abstoßend und faszinierend zugleich, wer dort 2 Wochen Badeurlaub verbringt ist selbst Schuld. Aber diese stinkende, lärmende, verruchte Stadt mit jeder Menge verrückter Leute MUSS man zumindest einmal im Leben kennen gelernt haben.

>> Alle Bilder von Pattaya <<


Was wäre ein Thailandurlaub ohne Tauchen oder Schnorcheln? Ich habe hier eine kleine Auswahl von Unterwasserfotos platziert, die mein Mitreisender Mirko Schuster bei seinen Tauchgängen im östlichen Golf von Siam bzw. vor Pattaya geknipst hat. Die Auswahl an guten Bildern ist so groß, dass es mir schwer fiel die besten herauszusuchen. Ich werde aber noch einige nachreichen. Erwähnen muss ich aber, dass der Golf von

Thailand der Andamanensee nicht das Wasser reichen kann. Ich gehe davon aus, dass auch dieser Teil Thailands spätestens in der nächsten Saison wieder uneingeschränkt bereist werden kann. Eigentlich ist es jetzt schon wieder ohne Probleme möglich nach Phuket zu reisen. Unser Klaus Orlik von Poseidon Diving versicherte uns, dass die Tauchgründe dort durch die Flutkatastrophe keinen Schaden genommen haben. Ist aber wohl eine Frage der Einstellung und Unerschrockenheit. Fakt ist aber, dass jeder Urlaub in diesem Teil der Welt für die Bevölkerung mehr bringt als jede noch so gut gemeinte Spende.

 

Und wieder hieß es nach 23 Tagen Abschied nehmen (ich hoffe nicht für lange) von diesem faszinierenden Land. Die Rückfahrt nach Bangkok an den Flughafen war recht angenehm. Den Rückflug aus Phuket hatten wir ja mittlerweile storniert, wir sollten 10 Uhr frühs am Check-In sein. Kamen aber erst 11.30 Uhr mit etlichen Kilos Übergewicht (nicht nur das Gepäck) am Thai-Airways Schalter an, mei pen lai (macht nichts).