Kefalonia

Kefalonia ist die größte der ionischen Inseln zu denen unter anderem die wohl bekannteste -Korfu - gehört. Aber wenn man sich mal so umhört, Kefalonia kennt eigentlich kaum jemand...
Ich muss zugeben ich habe absichtlich lange gezögert diese Seite hier zu erstellen, weil ich diese Insel eigentlich weiterhin für mich alleine haben wollte (Scherz). Vor ca. zehn Jahren war ein Kumpel von mir mal dort und die Bilder die er mitbrachte haben mich glatt vom Hocker
gerissen! Da musste ich auch unbedingt hin! Aber bis es dann soweit war, vergingen ein paar Jahre. Genaugenommen war ich erst während meines vierwöchigen Rucksacktrips im Juni 2001 dort und das auch total ungeplant. In Zakynthos wurde es unerträglich, so voll war die Insel teilweise. Also "flüchteten" wir mit Mietwagen per Fähre nach Kefalonia.
Und das war ein absoluter Höhepunkt meiner Griechenland Reisen. Erholung pur! Kein Massentourismus, keine Staus, kein Lärm, einfach nur wahnsinnig geile Landschaft!!! Lange Sandstrände, wie der Schildkrötenstrand, schöne Kieselbuchten (Andisami) und weit über
1000 m hohe Berge mit von Zypressen spalier stehenden Serpentinenstrassen, machen den Reiz dieser nahezu unberührten Insel aus. Wir kamen auf dem Eiland an, schnappten uns eines der tollen Appartements mit Meerblick (und sehr günstig) und machten uns auf Erkundungstour mit dem Auto. Dabei sollte man zuerst die Inselhauptstadt Argostoli ansteuern.
Die ersten Bilder diese Seite sind übrigens in dieser sehr von den Venezianern beeinflussten und fast schon italienisch anmutenden Stadt geknippst. Die Brücke oben stellt die Verbindung zwischen der Halbinsel auf der Argostoli liegt und dem gebirgigen Rumpf der Insel her.
 Die Meerwassermühle bei Argostoli ist bestandteil eines ganz besonderen Naturwunders: An dieser Stelle taucht ein unterirdischer Bach in die Tiefe und taucht auf der anderen Seite der Insel wieder auf! Davon kann man sich im Höhlensee von Melissani überzeugen. (Bild ganz unten).
Natürlich gibt es auch schöne Fischerdörfer (Bild oben müsste porto Poros sein). Das Bild rechts ist der Postkartenstrand von Antisamos (Andisami). Zum Baden allerdings nicht so toll, da Kiesel und wegen seiner Bekanntheit sehr belebt. Aber eine Fahrt zu dieser Bucht ist Pflicht, meine ich!
Links Blick auf Sami! Von dieser Hafenstadt aus erreicht man schnell die obige Bucht.

Im Inselinneren ist es dann sehr gebirgig und es kommt einem oft sehr lange nicht einmal ein Auto entgegen. Auf dem Bild unten ist der höchste Berg "Enos" (1628 m) zu sehen.

Es folgen noch ein paar Eindrücke der Insel. Auf dem  Bild mit den sehr typischen Zypressen sieht man im Vordergrund ein vom Erdbeben 1953 zerstörtes Haus. Dieses verheerende Beben ist auf Kefalonia und Zakynthos durch solche Ruinen ständig present. Fast alle Häuser der Inseln wurden damals zerstört, jedoch fast wie im Urzustand wieder ausgebaut.
Der Schildkrötenstrand
Assos trennt die Halbinsel mit der  Festung von der Insel
Postkartenstrand von Mirtos Höhlen bei Assos
Wahnsinnsblick auf die kleine  Nachbarinsel "Ithaki"
Der Höhlensee von Melissani Fiskardo im Norden der Insel

 

Anmerkung in eigener Sache: Man hört immer wieder dass die Deutschen auf dieser Insel nicht gerade beliebt und gerngesehen sind. Diese Erfahrung habe ich zwar nicht unbedingt gemacht, aber wer sich ein wenig für Geschichte interessiert: Während des zweiten Weltkriegs war die idyllische Insel von italienischen Soldaten besetzt und auch die deutsche Wehrmacht lies nicht lange auf sich warten! Im Jahre 1943 begingen dann deutsche Truppen der Gebirgsjäger "Edelweiß" ein Kriegsverbrechen das bis heute von deutschen Behörden vertuscht wird. Zum 60. Jahrestag dieses Verbrechens wurde die Sache wieder aufgerollt. Z.B. mit einem sehr interessanten Bericht im "SPIEGEL" aber auch einige Reportagesendungen widmeten sich diesem Thema. Bei diesem Ereignis wurden etliche italienische Soldaten, die sich schon gefreut haben wieder in ihre Heimat zurückzukehren, aber auch viele Menschen der Zivilbevölkerung grundlos hingerichtet! Wie gesagt handelte es sich um ein Kriegsverbrechen gegen jegliche Konventionen und dies blieb natürlich der einheimischen Bevölkerung bis heute im Gedächtnis. Vor allem war es sehr ärgerlich dass nie jemand dafür zur Rechenschaft gezogen wurde. Deshalb wurde wieder einmal (zurecht) das Bild vom häßlichen Deutschen geprägt, dass wir bis heute noch dort zu spüren bekommen können. Mein Rat also benehmt Euch anständig und verstärkt dieses Bild nicht noch mehr!

Wer sich mit etwas leichterer Kost diesem Thema nähern will, dem ist der Spielfilm Corelli´s Mandoline, mit Nicolas Cage und Penelope Cruz aus dem Jahre 2001 zu empfehlen. Dieser handelt nämlich genau von diesen Ereignissen. Wobei Cage, ein italienischer Soldat, sich in die einheimische Cruz verliebt... Ist  sehr zu empfehlen, weil an original Schauplätzen gedreht und auch keineswegs langweilig.