Die Kykladen

 

 

 

Santorini (Thira)

Santorini ist die spektakulärste Insel Griechenlands. Ich habe zwar noch nicht alle 2000 bereist, aber ich kann mir keine Steigerung mehr vorstellen. Wer vorhat die Insel zum ersten Mal zu besuchen, sollte in jedem Fall den Seeweg mit der Fähre oder Kreuzfahrtschiff wählen. Es bedeutet nämlich Gänsehaut pur, wenn man sich den steilaufragenden Steilwänden nähert die ja der Rest eines Vulkankraters sind. Und an den dunklen Wänden aus Vulkangestein hängen dann die typischen Dörfer mit ihren schneeweißen Flachbauten.
Man hat das Gefühl sich mit dem Schiff einem anderen Planeten zu nähern. Macht man sich dann  noch bewusst dass man sich soeben auf dem Wasser befindet das den Krater des vor ca. 3500 Jahren  ausgebrochenen Vulkans füllt, ist man kurz vorm abdrehen. Nicht umsonst kommen Touristen aus aller Herren Länder um dieses Natur und Architekturschauspiel zu bewundern. So trafen wir auf der Fähre z.B. ein junges Pärchen aus Australien, die auf Weltreise sind und von Afrika bis Asien alles bereist haben, aber diese Insel mussten sie unbedingt auch sehen. 
So drängten sich Japener, Amis und Menschen aus sämtlichen europäischen Ländern an der Schiffsreeling um die besten Bilder knipsen zu können. Wie man sieht habe ich trotz des Trubels auch ganz annehmbare Ergebnisse erzielen können... Nochmal zurück zur Geschichte: 1450 v.Chr war der grösste Vulkanausbruch der Menschheitsgeschichte an diesem Ort und durch Funde vermutet man, dass sich vor diesem Ausbruch eine weitentwickelte Zivilisation dort eingerichtet hat. Kenner behaupten ja, dass dies das sagenumwobene Atlantis gewesen sein soll, dass ja bekanntlich irgendwann einmal unterging!
Aber keine Angst der Vulkan ist zwar noch tätig aber größere Ausbrüche sind nicht mehr zu erwarten, man kann aber auf den kleinen dunklen Lavainsel in der Kratermitte noch Schwefeldämpfe aufsteigen sehen und eine heiße Quelle hervorbrechen. Hat man die spektakuläre Hafeneinfahrt erreicht gehts los mit dem Tanz auf dem Vulkan. Die weißen Dörfer locken und sind  voll und ganz auf Tourismus eingestellt. Es gibt auf der Sichelförmigen nach hinten abfallenden Insel sogar einige ganz gute Badestrände, allerdings immer der dunkle Lavastrand ist nicht jedermanns Sache. Aber wer hier einen faulen Badeurlaub verbringen will ist eh nicht mehr zu retten.
Besser ist es die Insel als eine Etappe der Route "Kykladen Inselhüpfen" zu sehen. Dann bleibt auch die Faszination bei einem späteren Besuch des "Vulkans" noch erhalten. Will heißen: Pauschalbuchung 14 Tage HP würde ich nicht gerade empfehlen. Für den Individualreisenden sind die Kykladen sowieso ein Paradies. Und trotz dieses beeindruckenden Erlebnisses gibt es auch auf den anderen Kykladeninseln einiges zu sehen....

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Naxos

Als wir den Kykladentripp im September 2003 planten hatten wir eigentlich keine klare Vorstellung welche Inseln wir, in der relativ kurzen Zeit die wir hatten, ansteuern werden. Klar war nur, dass wir zuerst mal nach Santorini gondeln und dann einfach mal weitersehn. Nach genauerem Betrachten der Lage lag Naxos geographisch gesehen am idealsten, da ja auf jeden Fall noch Mykonos erkundet werden sollte. Also von Santorini aus die nächste Fähre nach Naxos geschnappt, was  in der Nebensaison ein Kinderspiel darstellt und das zu einem relativ erschwinglichen Preis (so 10-15 Euro).
Mit der Fähre kommt man dann in Naxos-Stadt an und am Hafen warten die üblichen Gästezimmerguides die einem eine Bleibe aufschwätzen wollen. Diese ignorierend sind wir einfach weitergelaufen bis es etwas ruhiger wurde. Aber ein hartnäckiger Bursche war uns immer noch auf der Pelle. Er stellte sich als Vaggelis vor und schwätzte uns so zu über seine tollen Zimmer die er für uns anzubieten hat, dass wir einfach nicht nein sagen konnten und zuschlugen. Natürlich haben wir das nicht bereut - ansonsten würde ich dies kaum so ausführlich hier erwähnen- Sein Hotel befindet sich gerade im Bau und wir waren
so ziemlich die ersten Gäste. Es waren zwar erst die Zimmer im oberen Stockwerk fertig, aber ich denke man kann die Bude ohne Bedenken weiterempfehlen. Da schön und sauber eingerichtet und das zu einem Toppreis. Ausserdem bin ich mir sicher dass dieses Hotel noch sehr ausbaufähig ist. Vaggelis hat jedenfalls noch vor einen Pool zu bauen und auch sonst ist er sehr geschäftig und hat noch viel vor. Ich werden unter dem  Naxos Kapitel seine Kontaktadresse anbringen! Kultig war vorallem sein B Ascona, mit dem er uns vom Hafen abholte, der klapperte und quitschte als ob er gleich in sämtliche Eizelteile zerfällt.
Nun zu der Insel: Naxos ist eine sehr vielfältige interessante Insel, deren Bevölkerung zu einem großen Teil noch von der Landwirtschaft lebt. Also nicht direkt vom Tourismus abhängig ist. Dieser spielt sich auch Hauptsächlich in der Inselhauptstadt ab. Also ein idealer Ort um richtig griechisches Flair zu schnuppern. Indem man Landeinwärts durchs Gebirge karrt, wo man sich noch an maulesel- reitenden alten Bauern vorbeischlängeln muss. Oder in einer Taverne hausgemachten Tsiporou und Rotwein testet.
An einem Tag sind wir die Küstenstraße von Naxos nach Apollonas entlang gefahren und ich glaube uns kam eine dreiviertel Stunde kein Auto entgegen! Das kommt halt auch daher, weil auf der gebirgigen Insel nicht gerade viele Badebuchten vorhanden sind. Für Strandtouristen sind aber die schönen Dünenstrände in der Nähe von Naxos-Stadt Traumhaft. Aber ich befürchte dass auch hier der Bauwahn bald überhand haben wird...
Sehenswert ist eigentlich die ganze Insel: Die kleinen Dörfer an Hängen gebaut- in Moni gibts eine der ältesten Kirchen Griechenlands zu begutachten. Die tiefen Täler die langgezogen ins Meer münden und natürlich Portara- das riesige Marmortor auf einer Felseninsel vor Naxos- Stadt. Dieses Tor ist der Überrest eines um 530 v.Chr. begonnen Tempels der allerdings nie vollendet wurde. Das Tor stellt das wohl beliebteste Fotomotiv der Insel- vorallem zum Sonnenuntergang drängeln sich die Hobbyfotografen um die besten Plätze. Deswegen bin ich besonders stolz auf die von mir geknipsten Bildchen. Eines davon ziert schon mein Wohnzimmer und sieht im Original aus wie gemalt. (siehe weiter oben)
Wie schon erwähnt lohnt der Weg nach Apollon, besonders an der Steilküste entlang. Dort ist das beschauliche Fischerörtchen zu finden, das natürlich auch Ausflugsziel für Touristenbusse usw. ist. Die Sehenswürdigkeit von Apollon ist die liegende Statue oberhalb des Dorfes. Die Bewohner haben diese einst aus Stein gehauen, nur leider war sie dann zu schwer zum Abtransportieren. Deshalb liegt sie noch heute... Folgende Bilder sind rund um Apollon aufgenommen.
Hier noch die Adresse von Vaggelis: Seaside Studios & Appartments Kentragi E-Mail: kalomathimeno@hotmail.com  Tel: 00306946097963

 

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Mykonos

Die letzte Etappe bevor wir wieder Richtung Pyräus schipperten war MYKONOS! Das ist eigentlich die Insel die vom Namen her die bekannteste unter den Kykladeninselchen ist. Was ich aber eigentlich gar nicht verstehen kann! Okay die engen Gässchen in der Altstadt, in denen auch der letzte Quadratzentimeter als Bar, Restaurant, oder Geschäft genutzt wird, ist schon phänomenal und einmalig. Alleine die Ideen die man sich einfallen ließ, dass die Shops und Bars wirklich einzigartig und unverwechselbar sind, waren schon genial.  
Wenn man am ersten Abend ankommt ist man wirklich nur am glotzen und sich verlaufen... Von Little Venice habe ich eines meiner besten Fotos überhaupt geschossen. Das 50x75 cm große Poster ziert mittlerweile mein Esszimmer! (Bild oben) Auch die Windräder sind toll anzusehen und das bunte Leben am Abend sowieso: Händchenhaltende Männerpärchen aller Altersgruppen und Nationen, die unvermeidlichen Japans und Amis die fast ausrasten und sich um den Verstand fotografieren und hochgestylte Tussies im Schlepptau mit ergrauten, wohlhabenden Griechen... 
Einheimische haben uns später erzählt, dass fast jeder Prominente Hellene ein Häuschen auf dieser Insel besitzt. Mykonos könnte man also ein wenig als das griechische Mallorca bezeichnen- was Highlife und Schickimicki anbelangt! Ansonsten, jetzt kommt das große ABER- hat das Eiland nicht so aufregend viel zu bieten. Fast nur Gesteinsboden, kaum Pflanzen prägen das Bild. Ausserdem für den Autofahrer schwer zugängliche Strände. Und wenn man einmal einen schönen Sandstrand gefunden hat, stehen auch prompt Armeenhaft die Sonnenschirme und Liegestühle parat. Ruhige einsame Plätzchen Fehlanzeige.
Die reichen Säcke steuern höchstwahrscheinlich mit ihren Segelyachten die einsamen Plätze an, die dem Normalo unzugänglich sind. Nur so kann ich mir den Drang der oberen Zehntausend zu diesem eigentlich ödländischen Platz vorstellen. Warum Mykonos zudem so sehr von der Schwulenszene bevorzugt wird, kann ich mir auch nicht erklären. Scheint irgendwie so ne Art Kult unter den Gays zu sein. Naja jedem das Seine.
Natürlich brauch ich jetzt nicht mehr zu erwähnen, dass das Leben auf Mykonos im Vergleich schweineteuer ist. Da wir ja direkt von Naxos kamen, waren wir schon ziemlich geschockt über die Hotel und Restaurantpreise und gerade in dem kulinarischen Griechenland auf die vielen Fastfoodimbisse zurückzugreifen soll ja auch nicht Sinn der Sache sein.
Diese Eindrücke sind natürlich meine eigene subjektive Meinung (und zufällig auch die meiner Mitreisenden), es gibt sicherlich richtige Myko-Fans etwa wegen des Nachtlebens oder so. Aber ich will hier ehrlich meine Reiseerfahrungen weitergeben und vielleicht den einen oder anderen warnen, der wie ich vorher ganz andere Erwartungen hatte. Trotzdem: Sollte man etwa mit dem Schiff unterwegs sein oder der Reiseweg führt an dieser Insel vorbei muss man auf jeden Fall einen Abend in Mykonos Stadt verbringen, das ist wirklich einmalig!
Fazit: Die Kykladen sind der ideale Platz zum Inselhüpfen, man sollte wirklich nicht zu lange auf den einzelnen hier beschriebenen Inselchen verweilen. Ansonsten kanns wirklich anöden. Die einzigste hier beschriebene Insel auf der ich mir einen längeren Aufenthalt vorstellen kann, ist eigentlich Naxos!
Abgefahrene Vögel sorgen in der Stadt für Abwechslung...

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